Band

Bandbiographie:

Minitimer Katzenposter – was soll das? Nun gut, einer spontanen nächtlichen Schnapsidee der streunenden Indie-, Rock- und Poppfoten haben die fünf Jungtiere aus Mecklenburg-Vorpommern ihren Namen nun mal zu verdanken. Nachdem man im Jahr 2011 sein erstes Lebenszeichen mit der EP Pläne für Gesternim Eigenvertrieb von sich gab, schnurrte man in einem jedem Kennenlerngespräch zu allererst eben diese Geschichte dahin. Doch was hedonistisch-alkoholgetränkt einmal mehr die Klischees des Rock’n Roll’s bedienen könnte, entsagt auf musikalischer Ebene über alle Maßen dem reinen Sex & Drugs.

MTKP kratzen mit spitzen Krallen textliche Poesie ins Mauerwerk, welche kommt, um zu bleiben. Und was zu Beginn der Bandgeschichte noch triefte vor den heimlichen Hörsälen der Hamburger Schule, mauserte sich im Laufe der Zeit zu einer völlig eigenen Art und Weise, die zarte Härte der kleinen Momente in Rhythmen und Melodien zu verpacken. Wenn Seifenblasen platzen und Träume fliegen, malen die Rostocker mit ihrer im Juni 2012 erscheinenden neuen EPBilder in Beton. Mit diesem Ziel reisten die fünf dafür im Frühling dieses Jahres für ein verlängertes Wochenende zu Blackmail-Gitarristen und Produzenten Kurt Ebelhäuser. Dieser befand sie für durchaus stubenrein und zeigte sich im Laufe des Prozesses bald so angetan, dass auch er noch ein paar Licks beisteuerte und mit seinem großen Erfahrungsschatz der bereits vorhandenen Qualität der neuen MTKP-Songs den letzten Schliff verpasste.

Die Sprache der Gefühle ist dabei heute wie gestern meist kryptisch und verworren, doch wenn Sänger Arne Koevel sein Herz auf die raue Zunge legt, wirkt alle Kommunikation barrierefrei. Mit einer großen Portion Stil und Melodie schlagen dann die Riffs und Rhythmen von Thomas Müller, Stephan Holtz, Hannes Vopel und Henri Seel von der Bühne auf das Publikum ein, welches seelig davongetragen wird auf den Wellen der surfenden Haustiere, die so still und dabei doch so laut in ihrer nordischen Melancholie sein können. Man spürt deutlich die Weite der See, dass Fernweh nach dem Unbekannten und das entäußerte Innenleben der hungrigen jungen Generation, welche im Ringen um Oberwasser nach Luft ringt. Mintimer Katzenposter live ist Pathos nebenbei und episch in ihrer musikalischen Einfachheit.

Überzeugen konnten sich davon schon viele: Die Fans von Indie-Riesen wie We Were Promised Jetpacks oder Young Rebel Set, um nur einige zu nennen. Auf knappe 70 Konzerte blicken die fünf Jungs bereits zurück seit der Gründung im Jahr 2010. Hinzu kommt, dass sie im Mecklenburgischen Raum nahezu jeden Nachwuchsbandcontest siegreich mitnehmen, was bereits für dass Landesrockfestival 2011, wie auch für den Chesterfield/f6-Music-Award galt. Sender wie Radio Fritz wurden auf die Jungs aufmerksam und spielten ihre Songs. Das erste Musikvideo von den kleinkunstfestivalerprobten und  preisgekrönten Machern Stephan Buske und Andreas Hyronimus zum Song „Teure Gesten“ ist ebenfalls erschienen und zeigt, wie viel mehr als nur ein billiges Fauchen hinter den Jungs steht, die in Norddeutschland gerade für jede Menge Aufruhr sorgen.

2 Jahre, 2 EPs und die Katzen sind immer noch rollig. Die Vorfreude auf den  Sommer 2012 ist groß, da sie auf ihrer zweiten eigenen Tour endlich wieder durch das Land streunen. Und wer weiß, vielleicht lernen sie zwischen selbsterfundenen Spielen und freundschaftlichen Blödsinn ja auch noch alle Grundlagenklischees des Rock’n Roll – Das Potential ist vorhanden und man bekommt nicht das Gefühl, dass der Minitimer gegen sie läuft, so lange sie sich immer wieder für ihren zugegeben haarigen Bandnamen rechtfertigen müssen.

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