Das gezeichnete Ich und Ich – Der Konzertbericht

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Man gehört zu den ganz Großen, wenn man sich zum ersten April selber in die Pfanne haut. Und so hatte ich mir für dieses Jahr einen schönen Streich ausgedacht, mit dem ich bestimmt nicht rechnen würde. Eine halbe Stunde bevor der Soundcheck losgehen sollte, packe ich mein Equipment ins Auto und damit es auch wirklich keiner klauen kann, schließe ich gleich mal meinen Autoschlüssel mit ein. Auf einmal machte es Sinn, dass uns eine unsichtbare Macht (auch Management genannt) zu einem Unplugged Gig gezwungen hatte, denn zum Glück ließen sich meine Sachen noch rechtzeitig durch geliehenes Equipment ersetzen. Und nachdem mein Schwesterchen auch noch den Ersatzschlüssel aus Greifswald vorbeibrachte, war alles wieder gut. Nächstes Problem: Wie spricht man den Sänger der anderen Band nun an? Immerhin hat Das gezeichnete Ich seinen bürgerlichen Namen ja abgelegt. Ich hab’s simpel probiert. Der tiefgründige Dialog verlief folgendermaßen: <<Hallo, ich bin Stephan>> <<Hallo.>> Na toll. Die Zusatzbemerkung <<Und du bist jetzt der…?>> habe ich mir dann gespart. Leider. Wir hatten uns im Vorfeld schon Fragen überlegt wie <<Hallo Herr Ich! Oder dürfen wir Das gezeichnete sagen?>> Eine weitere Möglichkeit bestünde natürlich darin, seinen Küntlernamen durch die komplette deutsche Grammatik zu jagen mit Phrasen wie <<Kannst Das gezeichnete Du mir mal das Kabel geben?>> oder <<Wie hat’s Dem gezeichneten Dir gefallen?>> Haben wir aber natürlich nicht gemacht. Nächster Trick: wir gucken einfach auf die Schächtelchen in denen die jeweiligen In-Ohr-Kopfhörer liegen. Nachdem auf seiner Schachtel einfach nur ICH stand gaben wir’s auf. Soll er doch, wenn er will. Er is’ ja alt genug. Unser Unplugged Set wurde von den Leuten und dem gezeichneten Ihm dann auch wohlwollend aufgenommen und es wurde sogar mitgeklatscht – der Ritterschlag in der Musikbranche, wie ihr sicher wisst. Es war jedoch schon ein bisschen komisch zu spielen und dabei in die Gesichter von Hannes und Mülli zu sehen, die aufgrund der Drei-Leute-Unplugged-Regel (Stichwort Management) diesmal nicht in der Startformation waren. Auch Das gezeichnete Ich war live eine ganz andere Welt als von Scheibe und alles sehr nette Typen. Nächste Woche gibt’s dann in Wismar wieder die volle akustische und menschliche Dröhnung. Wir freuen uns drauf. Doch das ist eine andere Geschichte für einen anderen Tag.

Das (vom Leben) gezeichnete Poster 

Schließlich habe auch ich meinen gutbürgerlichen Namen abgelegt.

PS: Natürlich wissen wir wie er heißt. Er heißt Henry-Francois Funke. Ha! Das hat er nun davon, der alte Geheimniskrämer.

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Band aus Rostock

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